Deutsche Morbus Perthes Initiative

Wenn Kinder hinken, stolpert das Leben.

Klassifikation des Morbus Perthes

Der Perthes Verlauf

Der Verlauf des „Morbus Perthes“ lässt sich in vier Stadien einteilen:

Initialstadium,
das hauptsächlich durch eine Ödembildung im Knochen sowie eine begleitende Entzündung der Gelenkkapsel gezeichnet ist; das sogenannte

Kondensationsstadium,
in dem es zu einer Verdichtung des befallenen Knochens kommt; das

Fragmentationsstadium,

in dem es zu einem Zusammenbrechen des Hüftkopfes oder von Teilen des Kopfes kommt; sowie das

Reparationsstadium,
in dem es entweder zu einem Wiederaufbau des Hüftkopfes oder zu einem Ausheilen in deformierter Stellung kommt.

Der zeitliche Verlauf des Morbus Perthes ist nicht vorhersehbar. Er ist abhängig vom Alter des Kindes bei Diagnose sowie der Ausdehnung des Befalles und kann zwischen wenigen Monaten und fünf Jahren dauern.

Jede Perthes-Erkrankung verläuft anders, durchläuft aber immer alle vier Stadien und muss individuell beurteilt und behandelt werden. Einige Eltern berichten davon, dass die Krankheit immer schlechter wurde. Ja, das ist richtig. Der Körper des Kindes bestimmt, wie lange es schlechter wird und ab wann es dann wieder besser werden kann. Das können Ärzte auch nicht beeinflussen. Wir haben hier mit Natur zu tun und müssen uns in Geduld üben.  Zum Bedenken: Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.



Unterschiedliche Klassifikation

Mediziner benutzen beim Verlauf des Morbus Perthes unterschiedliche Klassifizierungen.

Wissenschaftler haben Zustandsbezeichnungen für die aufeinanderfolgenden Fasen und den Schweregrad, die ein Morbus Perthes durchläuft in Abschnitte eingeteilt. Die Namen der Wissenschaftler werden als Bezeichnung der Einteilungen vorangestellt.

Der Schweregrad und die Ausbreitung des Morbus Perthes wird wie folgt klassifiziert:

– nach Catterall in 4 Stufen: I – II – III – IV
– nach Salter und Thomsen in 2 Gruppen: A – B
– nach Herring in 3 Gruppen: A – B – C

Der Endzustand wird nach Stuhlberg in 5 Gruppen eingeteilt:
I – II – III – IV – V


Die Einteilung des Morbus Perthes erfolgt grundsätzlich nach den vier Graden/Stufen nach Cattarall.

Die verschiedenen Catterall – Stadien werden nach Ausprägung der Hüftkopfbeteiligung eingeteilt.

Im Stadium I ist nur ein kleiner oberflächlicher Teil des Hüftkopfes betroffen.

Im Stadium II sind im Gegensatz zum Stadium I größere Teile des Hüftkopfs durchblutungsgestört. Man darf die Einteilung nach Catterall nicht mit den Perthes – Stadien vertauschen. Eine Prognose des Verlaufes der Erkrankung ist zu jedem Zeitpunkt schwierig und von vielen individuellen Faktoren abhängig. Maximal 50% des Hüftkopfes sind betroffen.

Im Stadium III ist der gesamte Hüftkopf von der Durchblutungsstörung betroffen. Die Prognose ist insgesamt ungünstiger als die ersten beiden Cattarall – Stadien zu werten. Auch in diesem Stadium kann man leider keine Prognose über den weiteren Verlauf treffen. Maximal 75% des Hüftkopfes sind betroffen.

Im Stadium IV kommt es zu einer vollständigen Destruktion des Hüftkopfes, es besteht die Gefahr, dass der Resthüftkopf vom Schenkelhals abrutscht. Ein anatomischer Aufbau erfolgt nur, wenn die Erkrankung in sehr jungen Jahren auftritt. Der gesamte Hüftkopf ist betroffen.

Eine weitere wichtige Einteilung ist die Einteilung nach Herring. Sie hat für die Langzeitprognose entscheidende Bedeutung. Hierbei wird der Hüftkopf in drei Pfeiler eingeteilt. Entscheidende Bedeutung kommt dem äußeren / lateralen Pfeiler zu.

Gruppe A: lateraler Pfeiler ist nicht betroffen
Gruppe B: > 50 % der Höhe des lateralen Pfeilers sind betroffen
Gruppe C: < 50 % der Höhe des lateralen Pfeilers sind erhalten, somit die ungünstigste Langzeitprognose

Quelle: Dr. Gumpert

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